Aisthesis des Wissens im (digitalen) Raum

Online-Workshop

18. Juni 2021 14.–17 Uhr mit Doris Ingrisch und Marion Mangelsdorf

In diesem Workshop möchten wir über die verschiedenen Formen der sinnlichen Wahrnehmung, die unser Wissen prägen, ins Gespräch kommen. Die Themenkomplexe der Geschlechterforschung basieren nicht zuletzt auf sowohl rationalen, emotionalen als auch körperlich-leiblichen Aspekten.

Die ›Aisthesis des Wissens‹ in den Blick zu nehmen, bedeutet sich ebenso mit einem verkörperten Wissen wie auch mit Decolonizing Methodologies wie es Linda Tuhiwai Smith in ihrer 2012 gleichnamig veröffentlichten Publikation benannte, auseinanderzusetzen. In drei Parts möchten wir uns mit Fragen rund um diese Thematik befassen:

  • 14.00–14.45 Uhr
    Muße zur Entwicklung von Sinnesvielfalt im Geschlechterdiskurs?!
    Doris Ingrisch und Marion Mangelsdorf leiten den Workshop ein und entfalten in einem Dialog, welcher raumzeitlichen, gar Muße-vollen Voraussetzungen es bedarf, um einer ›Aisthesis des Wissens‹ Raum geben zu können. Wie kann sich eine Sinnesvielfalt in den Gender Studies ausformen?

  • 15.00–15.45 Uhr
    Künstlerische Forschung und verkörpertes Wissen in der Geschlechterforschung
    Die Künstlerin Johanna Reich wird zum begonnenen Dialog mit eingeladen. Wir loten Möglichkeiten und Grenzen der künstlerischen Forschung aus; befassen uns ebenso mit Theorien der Verkörperung wie auch mit konkreten Praxisbeispielen, um der Frage nachzugehen: Wie kann Sinnesvielfalt und verkörpertes Wissen stärker in die Geschlechterforschung einbezogen werden?

  • 16.00–17.00 Uhr
    Aisthesis des Wissens – Visionen verkörperten Wissens in einer digitalisierten Alma Mater?!
    In diesem letzten Part möchten wir gemeinsam mit allen Beteiligten über das Gehörte in Austausch kommen. Dabei soll es zum Abschluss darum gehen, Visionen für den universitären Kontext zu entfalten. In einem Kontext, in dem wir zusehends on- und offline Kulturen entwickeln (müssen). Inwiefern kann eine ›Aisthesis des Wissens‹ hilfreich sein, um auch die Diskurse der Geschlechterforschung im Rahmen von Digitalisierungsprozesse in verkörperter Weise mitzugestalten?

In den ersten beiden Parts sind jeweils 20 Minuten Input und weitere 25 Minuten für Nachfragen, Kommentare und gemeinsames Gespräch geplant.

Im letzten Part wird das bereits Diskutierte in break-out-rooms weiter vertieft und in einer Abschlussrunde zusammengeführt.

Kurzbios:

Die Künstlerin Johanna Reich (Köln/München; www.johannareich.com) arbeitet an der Schnittstelle zwischen digitalen und analogen Bildwelten. Neben Videoarbeiten, Installationen mit selbstfahrenden Robotern und Fotografie bezieht sie auch Skulptur, Performance und historisches Bildmaterial in ihr Werk mit ein und untersucht, welchen Einfluss die mediale Vereinnahmung unseres Alltags auf das Denken, unser Rollenverständnis und unsere Wahrnehmung haben. Johanna Reich wurde u.a. mit dem japanischen Excellence Prize for Media Arts, dem Förderpreis des Landes NRW für Medienkunst, dem Konrad von Soest Preis und dem Nam June Paik Award Förderpreis ausgezeichnet. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen und Sammlungen vertreten, u.a. in der Sammlung Goetz München, im Tokyo Metropolitan Museum of Photography und der Jerry Speyer Collection New York. Seit 2020 hat sie eine Vertretungsprofessur an der Akademie der Bildenden Künste München inne.

Dr.’in phil. Marion Mangelsdorf (http://www.marion-mangelsdorf.eu) ist Mitbegründerin, Dozentin und Geschäftsführerin am 2001 gegründeten Zentrum für Anthropologie und Gender Studies (ZAG) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Körper-, Geschlechter-, Medien- und Umwelttheorien sowie ethnografisch-künstlerische Forschung und Transferwissen. An folgenden Forschungprojekten war sie beteiligt: Sonderforschungsbereich 1015 Muße zu Fragen der Gender Studies, Transdisziplinarität und Verkörperung (2018-2020); Leiterin des Verbundprojekts Gendering MINT digital. Open Science aktiv gestalten (2018-2020); Mitglied der Forschungsgruppe MBody. Künstlerische Forschung in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie (2010-2019). 2020 erhielt sie im Rahmen einer Open Spaces-Ausschreibung im Co-Creation-Programm der Freiburger Universität einen Förderpreis zur Entwicklung von Oktogon-Raum-Medien-Elementen für einen interdisziplinären und genreübergreifenden Wissenschaftsdialog auf Augenhöhe. Die Elemente werden gemeinsam mit 235 Media in Köln entwickelt.

Univ. Doz.in Dr.in Doris Ingrisch (https://www.mdw.ac.at/ikm/ingrisch/) ist Kulturwissenschafterin und als Gast-Professorin für Gender Studies am Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig. Ihre Forschungsprojekte und Publikationen umfassen die Bereiche Gender sowie Cultural Studies mit derzeitigem Schwerpunkt Wissenschaft, Kunst und Gender, Wissenschaftsgeschichte, Exil/Emigrationsforschung sowie Qualitative Methoden, Experimentelle Methoden und Arts Based Research.

Veröffentlichungen u.a.:Kunst_Wissenschaft. Don’t Mind the Gap! Ein grenzüberschreitendes Zwiegespräch, Bielefeld 2014 (zusammen mit Susanne Granzer), Gender_Kultur_Management. Relatedness in und zwischen Wissenschaft und Kunst. Transdisziplinäre Erkundungen, Bielefeld 2017 (Hg. zusammen mit Beate Flath und Franz-Otto Hofecker), Wissenskulturen im Dialog. Experimentalräume zwischen Wissenschaft und Kunst, Bielefeld 2017 (Hg. zusammen mit Marion Mangelsdorf und Gert Dressel), „‘…im Chaos eine andere Ordnung erraten…‘ - vom Entweder-Oder zum Und“, in: Marietta Böning/Lutz Ellrich (Hg.), Werte(De)Konstruktionen – Die Problematik starker Orientierungen, Berlin 2019, 236-256, „Knowing in Intra-Acting. Arts-based Research als Weg des Welt-Gestalten“, in: Annegret Huber/ Doris Ingrisch/ Therese Kaufmann/ Johannes Kretz,/ Gesine Schröder/ Tasos Zembylas (Hg.) "Knowing in Performing. Artistic Research in Music and the Performing Arts", Bielefeld, 147-159.

Anmeldung: Für eine Teilnahme bitte eine informelle Mail an anmeldung-oeggf2021@mdw.ac.at senden. Ein Einladungslink zum Zoom-Meeting wird versandt.


Bei Fragen zur Veranstaltung bitte die Organisator:innen kontaktieren.

 

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